Lasst Euch nicht narren: Militarismus sei keine Religion.
Er ist eine Bestialität. (KT 1932)
Satire hat eine Grenze nach oben: Buddha entzieht sich ihr.
Satire hat auch eine Grenze nach unten. In Deutschland etwa die herrschenden
faschistischen Mächte. Es lohnt sich nicht - so tief kann man nicht schießen. (KT 1932)
Jede Glorifizierung eines Menschen, der im Kriege getötet
worden ist, bedeutet drei Tote im nächsten Krieg. (KT 1932)
Wenn einer nichts gelernt hat -: dann organisiert er. Wenn einer aber gar nichts gelernt und nichts zu tun hat -: dann macht er Propaganda.
(KT 1931)
Man sollte gar nicht glauben, wie gut man auch ohne die Erfindungen des Jahres 2500 auskommen kann.
(KT 1932)
Das Christentum ist eine gewaltige Macht:
Dass zum Beispiel protestantische Missionare aus Asien unbekehrt wieder nach Hause kommen-: das ist eine große Leistung.
(KT 1932)
Ist es ein Zufall, dass die Vertreter der wildesten Gewaltlehren, Nietzsche, Barrès, Sorel, keine zwanzig Kniebeugen machen konnten? Es dürfte kein Zufall sein.
(KT 1931)
Wollen wir nicht endlich Weltbürger werden? Wir haben doch nur einen Feind auf Erden: den deutschen Schlemihl!
(KT 1919)
Nur der Geist kann die Streitaxt begraben! Aber freilich: man muss einen haben.
(KT 1919)
Wir haben in Deutschland keine Revolution gehabt - aber wir haben eine Gegenrevolution.
(KT 1919)
Der deutsche Bürger lässt sich ruhig treten, er macht Geschäfte und schluckt biedres Bier.
(KT 1919)
"Erfolg? Sie wollen wissen, wie ich Erfolg gehabt habe, junger Mann? Junger, junger Brausekopf! Nun ich habe mich gebeugt."
(KT 1919)
Im Zeitungsviertel die Redaktion ist aufgeregt seit dem Morgen schon. Gesinnung? Gesinnung? Alles gestorben. Das Blatt wurde gestern Nachmittag erworben von einem Industriesyndikat, das furchtbar viele Millionen hat. Bis heute: gemäßigt reaktionär. Von heute an: national - aber sehr !
Lehre? - Nie wieder Krieg. Mittel? - Den Heeresdienst auch dann zu verweigern, wenn ihn ein Gesetz vorschreibt. Beginn des Kampfes gegen den Kampf? - Heute.
(KT 1920)
Gebt den Leuten mehr Schlaf - und sie werden wacher sein, wenn sie wach sind. (KT 1930)
Ihr sollt die verfluchten Tarife abbauen Ihr sollt auf euern Direktor vertrauen. Ihr sollt die Schlichtungsausschüsse verlassen. Ihr sollt alles weitere dem Chef überlassen. Kein Betriebsrat quatsche uns mehr herein, wir wollen freie Wirtschaftler sein! Fort die Gruppen - sei unser Panier! Na, Ihr nicht. Aber wir.(KT 1930)
Zehntausend polnische Schnitter, die kommen nach Deutschland hinein;
es wollen die pommerschen Ritter billig bedienet sein.(KT 1930)
Wenn man nach fünftägiger Bekanntschaft zu einem Menschen sagt: "Sie haben etwa den und den Charakter - also werden Sie wohl das Schicksal haben: das glaubt er nicht. Wenn man ihm aber dasselbe aus der Hand weissagt: das glaubt er. (KT 1930)
Eine der schauerlichsten Folgen
der Arbeitslosigkeit ist wohl die,
dass Arbeit als Gnade vergeben wird.
Es ist wie im Kriege:
wer die Butter hat wird frech. (KT 1930)
Ihr dichtet so schöne Bilanzen ... was braucht Ihr noch Dichter - ! (KT 1930)
Alles ist richtig, auch das Gegenteil. Nur "Zwar ... aber" - das ist nie richtig. (KT 1930)